30.1.14

NZ - Welcome in Windy Welly


Ich bin ein bisschen zu sesshaft geworden in Hastings und war deshalb umso aufgeregter, mich am Montag endlich wieder auf die Reise zu machen. Die Rucksaecke wurden gepackt, verabschiedet wurde sich auch und um 2 Uhr sass ich im InterCity Bus, der mich in die Hauptstadt bringen sollte.
 
Nach 5 Stunden Fahrt schob ich den Vorhang zur Seite und blickte auf das von der Sonne glitzernde Meer. Wellington, insbesondere der Hafen zeigte sich in der Ferne und 15 Minuten spaeter stieg ich schon aus. Auf dem letzten Stueck von Palmerston North bin ich auch mit meinem Sitznachbarn und seiner Familie (2 Kiwi-Brueder & Vater) ins Gespraech gekommen und wurde so auf unterhaltsame Art mit Informationen versorgt.
 
Aber dann der Schock, als ich ausstieg und zum ersten Mal Hauptstadtluft schnupperte. Es war so kalt! Und so windig! Wochenlang war ich 30 Grad und purer Sonnenschein gewoehnt. 5 Stunden Fahrt und ich musste meine dicke Jacke anziehen.
 
Jedenfalls hab ich fuer eine Nacht im Downtown Backpackers eingecheckt (siehe letztes Foto) und den Abend mit einem leckeren Sandwich am Hafen verbracht. Der erste Eindruck von Wellington war ein Gemisch aus riesigen Hochhaeusern a la New York und Moewengeschrei der Nordsee. 


Nach einer ueberraschend ruhigen und erholsamen Nacht in einem 20-Betten Zimmer hab ich mich dann mit dem grossen Rucksack im Spind und dem Rest auf dem Ruecken wieder auf den Weg gemacht, um die Stadt mal richtig zu erkunden.
 
Im Internet hab ich bei frueherer Recherche den "Secret Art Walk" entdeckt und mir die Karte runtergeladen. Man wird quer durch die ganze Stadt gefuehrt und auf Kunstwerke in Hotellobbies und Bars, Skulpturen sowie auf Museen hingewiesen.
 
Mit Besuchen in der City Gallery, dem Museum of City and Sea, der Reserve Bank, der Portrait Gallery und der Academy of Fine Arts hatte ich dann einen sehr kunstbeladenen Vormittag gehabt.

Dabei hab ich auch den Rest der Innenstadt erkundet und mir die Regierungsgebaeude (darunter auch das Gebaeude der Exekutive "the beehive" (= der Bienenstock), siehe 3. Bild v.o.), die Shoppingmeile und weitere Gebaeude angesehen.
 
Meine (verdiente) Mittagspause hab ich mit einer heissen Schokolade und einem Donut in der groovigen Cuba Street verbracht. 


Die typische Touristenattraktion hab ich mir natuerlich auch nicht entgehen lassen. Fuer 4 Dollar bin ich mit einer Standseilbahn (dem Cable Car) hoch zum Botanischen Garten und dem Observatorium gezogen worden. Die Aussicht war toll und ermoeglichte mir auch, das bekannte Postkartenobjektiv zu fotografieren.
 
Am Abend machte ich mich auf zum Aro Valley, wo ich viele Treppen hochklettern musste und schliesslich bei meiner Gastfamilie fuer die naechste Woche landete. 

11.1.14

NZ - Hawkes Bay {Ocean Beach, Clive, Scooteradventures & Chistmas}

 


Da ich mal wieder nicht dazu gekommen bin, euch auf dem Laufenden zu halten, hab ich jetzt ne Menge nachzuholen.
 
Der Ausflug zum Ocean Beach ist jetzt schon fast ein Monat her. Zusammen mit Mike und seinen "Arbeitskollegen von zwei Tagen im Bohnen-Packhaus" J und Carl (Tschechen) ging es mit dem Auto erst den Wasserfall anschauen und dann weiter zum Strand. Waehrend die Jungs dort den Ball gekickt haben, hab ich den Sand genossen, die schoene Aussicht und auch zum allerersten Mal das Meer! Ich war schwimmen, besser gesagt kaempfte ich in den Wellen gegen die Stroemung, die doch staerker war als gedacht.




Ein weiteres Highlight war der Kauf eines Scooters fuer umgerechnet 300 Euro. Die Idee kam eines Abends relativ spontan, als wir im Internet Trademe (das neuseelaendische EBay) durchforsteten. Simon, unser Kabinennachbar, gab uns den Tipp, mal in die oertliche Kaufe/Verkaufe Zeitschrift zu werfen. Also radelte ich um 8 Uhr (entgegen der untergehenden Sonne, mit einem 30cm langen pinken Himbeer-Gummiwurm im Mund) los zur Tankstelle, kaufte die Zeitschrift und innerhalb von 5 Minuten waren der Anruf, das Treffen und der Kauf von 2 Helmen erledigt.
 
Und am naechsten Tag konnten wir das elende 10km in die Stadt und zurueck laufen endlich hinter uns lassen und erkundeten die Strassen mit unserem neuen Fortbewegungsmittel. Dem Roller. 
 
In den folgenden Tagen brachte Mike mir das Fahren bei. Erst in Parks, rundherum um Baeume, ueber Gras, Schotter und dann auch auf der Strasse.
Einkaufen war ploetzlich keine Taschenschlepperei mehr, sondern ein spassiger Ausflug. Pizza wurde locker waehrend der Fahrt in der Hand gehalten. Und den McDrive des McDonalds wurde natuerlich auch eingeweiht.

In der folgenden Zeit fuhren wir oft nach Clive, wo wir am steinigen Strand sassen (uns wie oben gezeigt eine windsichere Treibholz-Hoehle bauten) und fischten. Einmal fand ich auch einen Baby Vogel, den ich aus Versehen anfasste (weil er sich nicht richtig auf den Beinen halten konnte) und ihn so zu einem Waisen machte. (Voegelmuetter akzeptieren ihre Brut nicht mehr, wenn sie nach Mensch riechen). Also nahmen wir den Kleinen mit und peppelten in in unserer Kabine ein bisschen auf. Gott sei Dank war er schon weit genug entwickelt, um sich in der Natur selbst zurecht zu finden und so liess ihn Mike am Weihnachtsmorgen gehen. 



Andere Ausfluege wie an den Fluss oder zum Aalfischen folgten. Immer dabei: Verrueckte Suessigkeiten und ein eisgekuehltes Softgetraenk.


Zu Hause in unsere neuen Kabine (von room 6 zogen wir um zu cabin 6), die neben einem gemuetlichen Queen-Size Bett auch einen Fernseher und eine schoenere Umgebung fuer uns bereit hielt, war das Leben auch auszuhalten. Viele Kartenspiele (ich gewann natuerlich die meisten) und Movie-Abende nach der Arbeit liessen einen den Arbeitsstress vergessen.
 
Gekocht und gegessen wurde natuerlich auch in den letzten Monaten. Hier nur ein kleiner Ausschnitt:
Ich hab mich an Dibbelabbes probiert. Jedoch konnte ich mich nicht mal mehr dran erinnern, ob man es mit oder ohne Apfelmus isst. War jedenfalls ein Versuch wert, der auf jeden Fall mal das Interesse der anderen Kuechenbenutzer auf sich zog.
 
Ach ja und die Adventszeit genoss ich, statt mit Plaetzchen und heisser Schokolade, mit Limo und frischem Obst. Hat nur den Nachteil, dass man so GAR NICHT in Weihnachtsstimmung kommt.

(letztes Foto von John, bzw der Facebookseite der Eco Lodge)

Apropos Weihnachten!
Mike hatte uns einen kleinen Baum besorgt (Lag vor einem Salvation Army Shop, d.h. war free), den wir mit Candy Canes (spaeter auch mit Mini Kugeln) schmueckten und der uns ein bisschen in Weihnachtsstimmung brachte.
Wir backten Muffins und nahmen am Eco Lodge - Buffet teil, bei dem es nicht genug Hauptspeisen aber dafuer mehr als genug Desserts gab. Somit hatte ich am naechsten Morgen das allerbeste Fruehstueck. (Ich sage nur Brownies, Schokokuchen (das Rezept hab ich mir ganz schnell von der Baeckerin besorgt), Obstsalat,..)



An meinem Geburtstag (leider hab ich ausser diesem lausig schlechten Bild keine andern guten mehr), bzw. am Tag davor fuhren Mike und ich mit dem Scooter zum Lake Tutira. Nach den etwa 2h auf dem hinteren Teil des Rollersitzes (ist ja eigentlich nur fuer eine Person gedacht) tat mir alles sooo weh. Und dann kam auch noch ein Riesenschauer, der uns fast von der Strasse fegte. Wir mussten also anhalten und uns unter einen Baum retten.
 
Der See und auch der Campingplatz waren wunderschoen und lagen in einer tollen Umgebung.
Aber das Glueck hatte uns spaetestens in der Nacht verlassen. Es regnete und mitten in der Nacht wachte ich davon auf, dass mir nasse Zeltwaende ins Gesicht hangen. Einen klaustrophobischen Australier neben sich liegen zu haben hilft da nicht. Trotzdem ueberlebten wir die Nacht trotz eingerissenen Waenden und genossen meinen Geburtstagsmorgen mit Mini-Pfannkuchen vom Gaskocher. (siehe Bild)
Aber naechstes Problem: Tank nur halb voll. Schaffen wir es ueberhaupt bis zur naechsten Tankstelle? Gott sei Dank ja! Wir rollten ungefaehr 40km mit der Tankanzeige auf 0.
Meinen Geburstagsabend genoss ich mit Wein und chinesischem Essen und guter Gesellschaft.
 
Silvester war im wahrsten Sinne des Wortes nicht so der Knaller, aber dafuer hab ich grosse Plaene fuer das neue Jahr. Was Neuseeland betrifft jedenfalls.
Mike ist gestern los zur Suedinsel und wird da erstmal arbeiten. Somit bin ich wieder alleine unterwegs und werde Anfang Februar wohl auch endlich die Insel wechseln!
Bis dahin heisst es: Geld verdienen und die Sonne geniessen.

PS: Das passiert, wenn man es sich an einem schattigen Plaetzchen auf einer Bank in der Stadt gemuetlich macht, um das freie WIFI zu nutzen und einen Milkshake zu geniessen: Ein Vogel scheisst einem auf den Laptop. Grrrr. Ist wohl ein Zeichen, dass ich jetzt endlich mal aufstehen und Lebensmittel einkaufen gehen soll. Also bis bald!