Der große Gatsby.
Ich war im Kino. Eingekuschelt in den roten Kinositz, mit buttrigem-zuckersüßen Popcorn in meinen Händen und nach einer kurzen Zeit auch überall auf meinem Platz habe ich die 142 Minuten Film genossen.
142 Minuten, für die ich wegen Überlänge 50 Cent mehr bezahlen musste. #ohmeingottjetztbinicharm
Mitten in der Woche und außerdem am frühen Abend waren wir fast die einzigen im gemütlichen, romantisch beleuchteten Kinosaal, was trotzdem nichts an der Tatsache änderte, dass ich in den "ruhigen Pausen" zwischen den einzelnen Trailer und Werbespots immer direkt aufhörte, Popcorn zu knabbern, weil ich sonst das Gefühl hatte, dass mir alle zuhören und mich für einen Schmatzelefanten halten und und und ich wollte ja nicht die schöne Kinoatmosphäre kaputt machen.
Kennt ihr das, wenn ihr während einem Trailer was zu eurem Nachbar sagt und dann plötzlich, leicht beschämt ruhiger werdet, weil der Spot ganz plötzlich zu Ende ging und man nur noch euch hört?
So, jetzt aber nach langem Gelaber endlich zum Film.
Meine ersten, unbeeinflussten Eindrücke:
- traurig
- verwirrend
- tolle Kontraste (reich-arm ; bunt/farbenfroh/schillernd-trüb/trist/dunkel)
- Leo hat noch immer sein tolles Lächeln
- blödes Ende
- verdammt schöner, eleganter Style der Damen
- die goldenen Zwanziger auf den Punkt gebracht
- wünschte, heute würde man so noch in den Diskos tanzen und nicht bloß von einem auf den anderen Fuß wippen.
Insgesamt finde ich, dass das Zeitalter, d.h. die goldenen Zwanziger wirklich gut getroffen wurden. Die Gegensätze zwischen den wohlhabenden, luxeriösen Familien und den dreckverschmierten Arbeitern wurden sehr gut verdeutlicht. Auch die schillernden Partys (mit einem megamäßigen Soundtrack hinterlegt) und die stilsicheren aber auch übertrieben gestylten Frauen belegten einen wichtigen Teil des Films. Leo spielte seine Rolle super. Wie in Catch Me If You Can beherrschte er die Gestik und Mimik eines charmanten Gauners (in CMIYC die eines Hochstaplers) perfekt und überzeugte mit seinem schauspielerischen Talent. Daisy empfand ich persönlich nicht als die klassische Schönheit, jedoch hat sie meiner Meinung nach "das gewisse Etwas".
Traurig machte mich irgendwie die Rolle von Nick, dem allwissenden Erzähler, dem Außenstehenden, dem dritten Rad am Fahrrad. Immer war er "nur" dabei, erlebte selbst keine mitreißende Liebesgeschichte, sondern stand dem Protagonisten nur zur Seite. Aus welchem Grund auch immer erinnerte die Rolle mich an die von Dan Humphrey in/als Gossip Girl. Beide gehören sie nicht wirklich zu der Gruppe, haben nur einen Einblick in deren glamouröses Leben und verarbeiten ihre Eindrücke, indem sie darüber schreiben.
Ich hielt den Film zuerst für eine Art (Liebes-)Drama, bin jetzt nach dem Schauen jedoch viel eher davon überzeugt, dass "Der Große Gatsby" eine Kritik der damaligen oberflächlichen und geldgierigen Gesellschaft darstellt. Fast ganz New York taucht bei den Partys von Gatsby auf, doch davon nimmt sich keiner die Zeit, auf dessen Beerdigung aufzutauchen. Daisy, die ich für eine "wahre Liebende" gehalten habe, entscheidet sich zwischen dem armen, aber ehrlich verliebten Gatsby und dem reichen, doch untreuen und unehrlichen Tom für letzteren.
Seht euch den Film an und urteilt selbst! :)
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